Lohnt sich Make für Agenturen? Der ehrliche Praxis-Check (Kosten, Nutzen, Grenzen)
Du hast von Make gehört. Vielleicht hat dir ein Kollege erzählt, dass er damit sein Reporting automatisiert hat. Vielleicht hast du selbst schon ein kostenloses Konto angelegt, ein paar Bausteine zusammengeklickt und dann festgestellt, dass es doch komplizierter ist, als es im YouTube-Tutorial aussah. Und jetzt stellst du dir die eine Frage, die am Ende über dein Budget entscheidet: Lohnt sich Make für Agenturen wirklich, oder ist das nur wieder ein Tool, das viel verspricht und am Ende in der Schublade landet?
Die kurze Antwort: Ja, Make lohnt sich für die meisten Agenturen. Aber nicht so, wie du vielleicht denkst. Make ist ein hervorragendes Werkzeug, um einzelne Abläufe zu automatisieren, günstig, visuell und ohne Programmierkenntnisse. Der Haken liegt woanders: Ein Tool ist noch kein System. Und genau an dieser Grenze scheitern die meisten Agenturen, die Make einführen.
In diesem Praxis-Check gehen wir das nüchtern durch. Was Make wirklich kann, was es kostet, wo es an seine Grenzen stößt, wie es sich gegen n8n und Zapier schlägt und wann du besser gleich auf ein durchgängiges Automations-System setzt. Kein Marketing-Geschwätz, sondern die Punkte, die du kennen musst, bevor du Zeit und Geld investierst.
Was Make überhaupt ist und warum Agenturen darauf schauen
Make, früher bekannt als Integromat, ist eine No-Code-Plattform zur Automatisierung von Abläufen zwischen verschiedenen Programmen. Du verbindest deine Tools, also zum Beispiel dein CRM, dein Postfach, deine Tabellen, deinen Kalender und deine Rechnungssoftware, und legst fest, was passieren soll, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Ein neuer Lead trägt sich in dein Formular ein, und Make legt automatisch den Kontakt im CRM an, verschickt eine Bestätigungsmail und benachrichtigt dich in Slack. Ohne dass du eine Zeile Code schreibst.
Der Grund, warum gerade Agenturen darauf schauen, ist einfach. In einer Agentur passiert vieles wieder und wieder gleich. Onboarding neuer Kunden, Reporting, Rechnungsstellung, das Nachfassen bei Angeboten, das Übertragen von Daten aus einem Formular in ein Projekt-Tool. Das sind Abläufe, die dich und dein Team jede Woche Stunden kosten, ohne dass sie irgendeinen kreativen oder strategischen Wert haben. Genau hier setzt Make an.
Das Besondere an Make gegenüber einfacheren Automatisierern ist die visuelle Oberfläche. Du siehst deinen Ablauf als eine Kette von Modulen, die sich nacheinander abarbeiten. Jedes Modul ist ein Schritt: ein Auslöser, eine Aktion, eine Verzweigung. Diese Sichtbarkeit ist ein echter Vorteil, weil du auf einen Blick verstehst, was dein Ablauf tut, und Fehler schneller findest.
Der zentrale Baustein: Der Router
Was Make wirklich stark macht, ist der sogenannte Router. Damit kannst du deinen Ablauf verzweigen. Statt einer geraden Kette baust du Wenn-Dann-Logik: Wenn der Lead aus Region A kommt, geht er an Teammitglied eins, wenn aus Region B, an Teammitglied zwei. Wenn das Auftragsvolumen über einer bestimmten Summe liegt, wird ein anderer Prozess angestoßen als bei kleinen Anfragen. Diese Verzweigungen sind der Grund, warum Make für komplexere Abläufe deutlich besser geeignet ist als die simpleren Wettbewerber. Du kannst echte Entscheidungslogik abbilden, ohne einen Entwickler zu brauchen.
KI-Schritte mitten im Ablauf
Ein Punkt, der Make in den letzten Jahren deutlich aufgewertet hat, ist die Möglichkeit, KI-Schritte direkt einzubauen. Du kannst mitten in deinem Ablauf ein Sprachmodell aufrufen und es eine Aufgabe erledigen lassen. Kommt eine Kundenanfrage über das Formular herein, kann Make den Text an eine KI übergeben, die daraus eine sinnvolle Zusammenfassung erstellt, die Dringlichkeit einschätzt oder direkt einen ersten Antwortentwurf schreibt. Das Ergebnis fließt dann in den nächsten Schritt.
Damit verschwimmt die Grenze zwischen simpler Verknüpfung und echter Verarbeitung. Ein typischer moderner Ablauf sieht deshalb so aus: Ein Auslöser startet ihn, ein Router entscheidet über den Weg, ein KI-Schritt verarbeitet oder bewertet den Inhalt, und am Ende steht eine konkrete Aktion, etwa das Anlegen eines Eintrags oder das Verschicken einer Nachricht. Diese Kombination aus Auslöser, Verzweigung, KI und Aktion ist das Muster, das die meisten wirklich nützlichen Automatisierungen in Agenturen ausmacht.

So läuft ein Make-Szenario: Auslöser, Verzweigung über den Router, KI-Schritt und finale Aktion.
Was Make konkret kostet und ob sich das rechnet
Kommen wir zum Geld, denn das ist bei der Frage nach dem Lohnen der eigentliche Kern. Make rechnet nicht in Automatisierungen ab, sondern in sogenannten Operationen. Jeder einzelne Schritt, den ein Modul ausführt, ist eine Operation. Läuft dein Ablauf mit fünf Modulen einmal durch, verbraucht das fünf Operationen. Das klingt erst mal abstrakt, wird aber gleich greifbar.
Der kostenlose Tarif gibt dir 1.000 Operationen pro Monat. Das reicht, um Make auszuprobieren und ein bis zwei kleine Abläufe laufen zu lassen, aber für den echten Betrieb einer Agentur ist es schnell zu wenig. Der Core-Tarif kostet rund 9 Euro im Monat und gibt dir 10.000 Operationen. Der Pro-Tarif liegt bei etwa 16 Euro, der Teams-Tarif bei rund 29 Euro im Monat, jeweils mit deutlich mehr Operationen und Zusatzfunktionen wie besserer Fehlerbehandlung und mehr gleichzeitigen Abläufen.
Im Vergleich zu vielen anderen Marketing-Werkzeugen, die du als Agentur ohnehin bezahlst, sind das lächerlich niedrige Beträge. Für unter 10 Euro im Monat einen Ablauf zu automatisieren, der dir pro Woche zwei Stunden händische Arbeit abnimmt, ist eine der besten Investitionen, die du treffen kannst. Die reine Software-Rechnung geht fast immer auf.
Wo die versteckten Kosten liegen
Und trotzdem gibt es einen Denkfehler, den viele machen. Sie schauen nur auf die Software-Kosten und übersehen die eigentlichen Kosten: die Zeit, die es braucht, Make sinnvoll einzurichten. Ein einzelner einfacher Ablauf ist in einer Stunde gebaut. Aber ein durchdachter Ablauf mit Verzweigungen, sauberer Fehlerbehandlung und Anbindung an drei oder vier deiner Werkzeuge kostet dich schnell einen ganzen Tag, wenn du dich erst einarbeiten musst.
Genau deshalb greifen viele Agenturen auf Spezialisten zurück. Im deutschsprachigen Raum rufen Make-Fachleute Stundensätze zwischen 90 und 180 Euro auf. Das ist keine Abzocke, sondern spiegelt wider, dass gute Automatisierung Denkarbeit ist und nicht bloßes Zusammenklicken. Wenn du dir ausrechnest, ob sich Make lohnt, darfst du diese Einrichtungskosten nicht ignorieren. Rechne nicht nur mit den 9 Euro Software, sondern mit dem echten Aufwand für den Aufbau. Wer diesen Punkt sauber durchdenkt, spart sich viel Frust. Wir haben die häufigsten Denkfehler in einem eigenen Beitrag gesammelt, warum Automatisierungsprojekte in Agenturen scheitern und was du dagegen tun kannst.
Make gegen Zapier und n8n: Was passt zu deiner Agentur
Make ist nicht die einzige Option, und die nüchterne Antwort auf die Tool-Frage hängt davon ab, wo du stehst. Schauen wir uns die drei Kandidaten an, die für Agenturen infrage kommen.
Zapier ist der Einsteiger-Klassiker. Es ist am einfachsten zu bedienen und hat die meisten fertigen Verbindungen. Wenn du absolut neu im Thema bist und nur ganz simple Abläufe brauchst, ist Zapier oft der schnellste Start. Der Preis: Zapier wird teuer, sobald du mehr Volumen brauchst, und es stößt bei Verzweigungen und komplexer Logik schneller an Grenzen als Make.
Make sitzt in der goldenen Mitte. Es ist mächtiger und flexibler als Zapier, erlaubt echte Verzweigungen über den Router und ist gleichzeitig deutlich günstiger im Betrieb. Der Preis dafür ist eine etwas steilere Lernkurve. Wo Zapier dich an die Hand nimmt, erwartet Make, dass du ein bisschen mitdenkst. Für eine Agentur, die ernsthaft automatisieren will und nicht nur ein Spielzeug sucht, ist Make in den meisten Fällen die bessere Wahl.
Und was ist mit n8n?
n8n ist die technischere Alternative. Es ist noch flexibler als Make, lässt sich selbst hosten und ist bei großem Volumen günstiger, weil du nicht pro Operation zahlst. Der Haken: n8n ist deutlich anspruchsvoller und richtet sich eher an Menschen, die keine Angst vor etwas Technik haben. Für eine Agentur ohne technisches Personal ist Make in aller Regel der leichtere Einstieg. Wenn du wissen willst, ob sich die technischere Route lohnt, haben wir das im Detail durchgespielt: Lohnt sich n8n für Agenturen im nüchternen Praxis-Check.
Die Faustregel ist einfach. Bist du blutiger Anfänger und brauchst nur zwei, drei simple Abläufe, starte mit Zapier. Willst du ernsthaft und flexibel automatisieren, ohne technisch tief einzusteigen, nimm Make. Bist du bereit, dich technisch reinzufuchsen oder hast jemanden dafür, schau dir n8n an. Für die meisten Agenturen im Mittelfeld ist Make der Sweet Spot.
Fünf Abläufe, die sich in Agenturen fast immer lohnen
Genug Theorie. Damit du ein Gefühl bekommst, wo Make in deinem Alltag konkret Zeit spart, hier fünf Abläufe, die in fast jeder Agentur funktionieren und die sich in wenigen Stunden aufbauen lassen.
Der erste ist das Lead-Onboarding. Ein Interessent füllt dein Formular auf der Website aus. Make legt den Kontakt automatisch in deinem CRM an, verschickt eine persönliche Bestätigungsmail, trägt einen Kalenderplatz für ein Erstgespräch vor und benachrichtigt den zuständigen Ansprechpartner. Was vorher fünf Minuten händisches Klicken pro Lead war, passiert jetzt in Sekunden und ohne dass jemand etwas vergisst.
Der zweite ist das Reporting. Statt jeden Monat mühsam Zahlen aus verschiedenen Werbe- und Analyse-Tools zusammenzukopieren, zieht Make die Daten automatisch, trägt sie in eine Tabelle oder ein Dashboard ein und verschickt den fertigen Bericht an den Kunden. Reporting ist einer der größten Zeitfresser in Agenturen und einer der dankbarsten Kandidaten für Automatisierung.
Rechnungen, Nachfassen und Projekt-Setup
Der dritte Ablauf ist die Rechnungsstellung. Sobald ein Projekt in deinem Projekt-Tool auf abgeschlossen gesetzt wird, erstellt Make die Rechnung, verschickt sie an den Kunden und legt einen Eintrag in deiner Buchhaltung an. Der vierte ist das automatische Nachfassen bei Angeboten. Hat ein Interessent nach drei Tagen nicht reagiert, verschickt Make eine freundliche Erinnerung, ohne dass du daran denken musst. Der fünfte ist das Projekt-Setup: Wird ein neuer Kunde gewonnen, legt Make automatisch den Projektordner, die Aufgabenliste und den Kommunikationskanal an.
Diese fünf Abläufe eint eines. Sie sind wiederkehrend, klar definiert und haben keinen kreativen Wert. Genau das sind die idealen Kandidaten. Wenn du wissen willst, wie viel Zeit dahintersteckt, haben wir ein konkretes Rechenbeispiel zur Zeitersparnis durch Automatisierung für Agenturen zusammengestellt, an dem du deinen eigenen Fall durchspielen kannst.
Wo Make an seine Grenzen stößt
Jetzt kommt der Teil, den die meisten Tutorials verschweigen. Make ist ein grandioses Werkzeug, aber es hat klare Grenzen, und wenn du sie nicht kennst, läufst du früher oder später gegen eine Wand.
Die erste Grenze ist die Komplexität. Solange ein Ablauf geradeaus läuft oder ein paar Verzweigungen hat, ist Make großartig. Aber sobald ein Ablauf viele Bedingungen, viele Sonderfälle und viele voneinander abhängige Schritte bekommt, wird die visuelle Oberfläche unübersichtlich. Was mit fünf Modulen glasklar war, ist mit vierzig Modulen ein Labyrinth, das nur noch die Person versteht, die es gebaut hat. Und wenn diese Person das Unternehmen verlässt, hast du ein Problem.
Die zweite Grenze ist die Fehlerbehandlung. Make führt genau das aus, was du ihm sagst. Wenn eine Anfrage fehlschlägt, ein Werkzeug kurz nicht erreichbar ist oder ein Datensatz nicht dem erwarteten Format entspricht, bricht der Ablauf ab, oder er tut etwas Falsches. In einem professionellen Umfeld, wo Kundendaten und Rechnungen im Spiel sind, ist das riskant. Robuste Fehlerbehandlung lässt sich in Make bauen, aber sie ist Arbeit, und viele unterschätzen das.
Der wichtigste Punkt: Ein Tool ist noch kein System
Die dritte und wichtigste Grenze ist grundsätzlicher Natur. Make automatisiert einzelne Abläufe. Es verbindet Werkzeug A mit Werkzeug B. Aber eine Agentur ist kein einzelner Ablauf, sondern ein Geflecht aus vielen Abläufen, die ineinandergreifen: Vertrieb, Onboarding, Leistungserbringung, Reporting, Rechnung, Nachbetreuung. Wenn du für jeden dieser Bereiche isolierte Make-Abläufe baust, hast du am Ende ein Dutzend voneinander getrennter Automatisierungen, die niemand mehr überblickt. Ein neuer Kundeneintrag muss dann in drei verschiedenen Abläufen gepflegt werden, Daten liegen doppelt vor, und keiner weiß mehr, welcher Ablauf gerade was tut.
Das ist der Unterschied zwischen einem Tool und einem System. Ein Tool wie Make löst ein Problem. Ein durchgängiges KI-/Automations-System denkt vom Geschäftsprozess her: Es hat eine zentrale Datenbasis, klar definierte Übergaben zwischen den Bereichen, echte Fehlerüberwachung und eine Logik, die auch dann funktioniert, wenn dein Team wächst oder Mitarbeiter wechseln. Make kann ein Baustein in so einem System sein, ein sehr guter sogar. Aber Make allein ist nicht das System.

Make allein löst einzelne Abläufe, ein System verzahnt den gesamten Geschäftsprozess.
Genau hier liegt der häufigste teure Fehler. Agenturen führen Make ein, bauen begeistert ein paar Abläufe, sparen echte Zeit und glauben dann, sie hätten ihre Automatisierung erledigt. In Wahrheit haben sie den einfachen Teil erledigt. Die eigentliche Hebelwirkung entsteht erst, wenn die einzelnen Abläufe zu einem durchdachten Ganzen zusammengefügt werden, das den gesamten Geschäftsprozess abbildet.
Es ist ein bisschen wie beim Hausbau. Make gibt dir hervorragende Werkzeuge an die Hand, einen Hammer, eine Säge, einen Akkuschrauber. Damit baust du eine Tür ein, ein Fenster, ein Regal. Aber ob am Ende ein stabiles Haus dabei herauskommt, hängt nicht von der Qualität der Werkzeuge ab, sondern vom Bauplan. Wer ohne Plan drauflosbaut, hat am Ende viele einzelne, gut gemachte Teile, die nicht zusammenpassen. Das Werkzeug ist selten das Problem. Das Denken davor ist es.
Wann Make reicht und wann du weiter denken musst
Wie erkennst du, auf welcher Seite du stehst? Eine einfache Orientierung: Make reicht, wenn du klar abgegrenzte, wiederkehrende Aufgaben hast, die du einzeln automatisieren willst, wenn dein Team überschaubar ist und wenn ein Ausfall eines Ablaufs kein großes Drama wäre. In diesem Fall ist Make die perfekte Wahl, und du brauchst nichts Größeres.
Du musst weiter denken, sobald mehrere Bereiche deiner Agentur ineinandergreifen sollen, sobald Kundendaten an mehreren Stellen konsistent gehalten werden müssen, sobald ein Ausfall echten Schaden anrichten würde oder sobald du merkst, dass du für jede kleine Änderung an fünf verschiedenen Stellen nachziehen musst. Das ist der Moment, in dem ein einzelnes Tool nicht mehr reicht und ein System nötig wird. Diese Grundsatzentscheidung, ob du selbst baust oder dir helfen lässt, haben wir ausführlich behandelt: KI-Automatisierung selber bauen oder mit einer Agentur umsetzen.
So startest du mit Make, ohne dich zu verzetteln
Wenn du dich entschieden hast, Make auszuprobieren, dann tu es richtig. Der häufigste Fehler ist, sich sofort das komplizierteste Problem vorzunehmen und dann frustriert aufzugeben. Geh stattdessen strukturiert vor.
Schritt eins: Wähle den nervigsten wiederkehrenden Ablauf aus, den du hast. Nicht den größten, nicht den wichtigsten, sondern den, der dich am meisten nervt und den du am besten verstehst. Das ist dein Trainingsprojekt. Eine gute Wahl ist meist das Lead-Onboarding oder eine simple Benachrichtigung, weil beides klar abgegrenzt ist und du sofort siehst, ob es funktioniert.
Schritt zwei: Zerlege den Ablauf auf Papier in einzelne Schritte, bevor du auch nur ein Modul anklickst. Auslöser, dann Aktion eins, dann Aktion zwei. Wenn du das nicht auf Papier klar bekommst, bekommst du es in Make erst recht nicht klar. Diese Vorarbeit ist der wichtigste Teil, und die meisten überspringen sie.
Schritt drei: Baue den Ablauf im kostenlosen Tarif nach und teste ihn mit echten, aber ungefährlichen Daten. Lass ihn ein paar Tage mitlaufen und beobachte, ob er zuverlässig tut, was er soll. Erst wenn er stabil läuft, schaltest du ihn scharf und bindest ihn in deinen echten Betrieb ein.
Schritt vier: Erst wenn dieser eine Ablauf sauber läuft, nimmst du dir den nächsten vor. Widerstehe der Versuchung, sofort alles automatisieren zu wollen. Ein stabiler Ablauf, der wirklich Zeit spart, ist mehr wert als zehn halbfertige, die niemand vertraut.
Wenn du dieses Vorgehen magst, aber gar keine Lust hast, dich in ein Tool einzuarbeiten, ist das völlig legitim. Es gibt gute Wege, KI-Automatisierung ohne Programmierkenntnisse umzusetzen, bei denen dir jemand den Aufbau abnimmt und du dich auf dein Kerngeschäft konzentrierst.
Ein realistischer Blick auf das Ergebnis
Was kannst du erwarten, wenn du es ernst nimmst? Realistisch nimmt dir schon ein einziger gut gebauter Ablauf pro Woche mehrere Stunden stumpfe Arbeit ab. Über ein Jahr summiert sich das zu einer beachtlichen Menge Zeit, die du wieder in Kundenarbeit oder Wachstum stecken kannst. Das ist die eigentliche Rechnung, die zählt, nicht die 9 Euro Software-Kosten. Die Frage ist nie, ob die Software zu teuer ist, sondern ob du den Aufbau ernst nimmst und dranbleibst.
Wenn du einen strukturierten Überblick willst, wo in deiner Agentur die größten Zeitfresser sitzen und welche davon sich am schnellsten automatisieren lassen, hol dir unseren kostenlosen KI-Automatisierungs-Report. Darin findest du die typischen Ansatzpunkte in Agenturen und eine einfache Methode, um deine eigenen Abläufe zu bewerten, bevor du überhaupt ein Tool anfasst.
Und noch ein Gedanke zum Schluss dieses Kapitels. Der größte Fehler ist nicht, das falsche Tool zu wählen. Der größte Fehler ist, gar nicht anzufangen, weil man sich in der Auswahl verliert. Make ist günstig genug, dass du es einfach ausprobieren kannst, ohne ein Risiko einzugehen. Bau deinen ersten Ablauf, lass ihn eine Woche laufen und spüre, wie es sich anfühlt, wenn eine nervige Aufgabe einfach von selbst passiert. Diese eine Erfahrung verändert oft mehr an deiner Einstellung zur Automatisierung als jeder Vergleichsartikel. Der Rest ergibt sich dann fast von allein, weil du plötzlich überall in deinem Alltag Kandidaten für den nächsten Ablauf erkennst.

In vier Schritten zur ersten stabilen Automation, ohne dich zu verzetteln.
Häufige Fragen
Lohnt sich Make für kleine Agenturen mit wenigen Mitarbeitern?
Ja, gerade dann. Kleine Agenturen haben oft kein eigenes Personal für Verwaltungsaufgaben, sodass die Inhaber selbst wiederkehrende Arbeit erledigen. Genau diese Zeit ist am wertvollsten. Schon ein einziger automatisierter Ablauf, der dir pro Woche zwei bis drei Stunden abnimmt, rechnet sich bei einem Software-Preis von unter 10 Euro sofort. Wichtig ist nur, dass du klein anfängst und nicht versuchst, gleich alles zu automatisieren.
Wie lange dauert es, bis Make läuft und sich lohnt?
Ein einfacher Ablauf ist an einem Nachmittag gebaut und spart ab dem ersten Tag Zeit. Ein durchdachter Ablauf mit Verzweigungen und sauberer Fehlerbehandlung kostet dich beim ersten Mal eher einen ganzen Tag Einarbeitung. Rechne für den Start realistisch mit ein paar Tagen, bis du ein Gefühl für die Plattform hast. Danach geht jeder weitere Ablauf deutlich schneller. Die Investition liegt weniger im Geld als in der anfänglichen Lernzeit.
Make oder n8n: Was ist für Agenturen die bessere Wahl?
Für die meisten Agenturen ohne technisches Personal ist Make die bessere Wahl, weil es leichter zu bedienen ist und einen sanfteren Einstieg bietet. n8n ist flexibler und bei großem Volumen günstiger, verlangt aber deutlich mehr technisches Verständnis. Wenn du oder jemand in deinem Team keine Scheu vor Technik hat, kann sich n8n lohnen. Wenn du einfach schnell Ergebnisse willst, bleib bei Make.
Ersetzt Make eine Automatisierungsagentur?
Für einzelne, abgegrenzte Abläufe ersetzt Make in der Tat externe Hilfe, das kannst du gut selbst machen. Sobald es aber darum geht, deine gesamte Agentur als zusammenhängendes System zu denken, mehrere Bereiche sauber zu verzahnen und Ausfallsicherheit zu gewährleisten, geht es nicht mehr nur um das Tool, sondern um Konzeption und Erfahrung. Wenn du unsicher bist, auf welcher Seite dein Vorhaben liegt, buch dir einen kostenlosen KI-Potenzial-Check. Wir schauen gemeinsam auf deine Abläufe und sagen dir ehrlich, ob Make allein reicht oder ob sich ein durchgängiges System lohnt. Ein guter Einstiegspunkt ist auch die Frage, was ein KI-Automations-System kostet, damit du die Größenordnung realistisch einschätzen kannst.